Je prie que tout cela passe comme le vent
Installation
Installation
von
Benjamin Dobó
2026
65
Minuten

Erinnerung, Träume und das Ungesagte formen Bewegungen, denen gefolgt werden will. Von Osten nach Westen, fast flüsternd, begleitet Mais je prie toujours que tout cela passe comme le vent den Fortgang wiederkehrender Geschichte(n), sich erstreckend von der Sahelzone bis zum Mittelmeer. Subsaharische Reisende teilen alltäglich gewordenes, ihr Selbstbild und ihre Wahrnehmung prägend; reflektieren über Vergebung und Vergessen. Der Projektion bleiben sie visuell verwehrt, neue Bilder treten an ihre Stelle: Menschen, die selbst Verdrängung und Entwurzelung erfuhren, verkörpern die Erzählenden. In der Sphäre zwischen dieser Anordnung von Gedächtnis und Präsenz entfalten sich Geschichten, die das koloniale Kontinuum als geteilte Erfahrung sichtbar machen. Digital nachgezeichnete Gesten und Züge im Ausdruck der Portraitierten lassen die Betrachter:innen innehalten, zuhören und Zeug:innen einer Replik von Realität werden – durch Gitter getrennt von den Bildern, auf sich zurückgeworfen im spiegelnden Glas. Hierin entsteht ein Raum, der Ungedachtes denken und Überholtes verlernen lässt.